Killerspiele hier, Killerspiele da

Killerspiele ueberall. Ploetzlich weiss jeder bescheid, jeder kommentiert und gibt, meist ziemlich unqualifiziert, seinen Senf dazu. Es ist schwierig unbelastete, vorurteilsfreie oder sogar richtungsweisende Meinungen zu diesem heiklen Thema zu lesen. Vielmehr sind polarisierende Kommentare gefragt, wenn mal wieder Gewaltbereitschaft und Killerspiele die Gazetten der bunten Medienlandschaft Deutschlands dominieren.

Allen eifrigen, noch nicht muede gewordenen, Verfechtern der Gamekultur duerfte folgender Artikel gerade recht kommen…

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Commodore – Auf ein neues

Wow…wow…wow. Die Jungs von Commodore haben uns vor Jahren angefixt, uns mit Computerspielen den Schlaf geraubt, sind dafuer verantwortlich, dass wir bis heute nicht von der Pixeldroge losgekommen sind. Welchen gigantischen Einfluss Commodore auf nachfolgende Gamegenerationen gehabt hat und heute noch hat brauche ich nicht auszufuehren.

Commodore ist wieder da. Nicht nur als angestaubtes Retrologo auf Sweatshirts mittdreissiger Computerfreaks, sondern als vitales Computerspieleunternehmen. Wie innovativ, das wird sich zeigen, in 8 Tagen 12 Stunden 3 Minuten 21 Sekunden, 8 Tagen 12 Stunden 3 Minuten 15 Sekunden…

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Ueber Modding und heisse Maeuse

Maenner brauchen es. Computermodding ist der Ausdruck maennlichen Balzverhaltens. Sie markieren ihr Revier, praesentieren stolz ihr schrill leuchtendes Gefieder und versuchen so dem in Unterzahl vorhandenen weiblichen Zocker zu gefallen.

Der in einen Farbeimer gefallene Kuehlventilator heult beim Hochfahren des getuneten Rechners auf wie die Turbinen eines voll beladenen Jumbos beim Start. Nicht kleckern, klotzen lautet die Devise der aufgedonnerten Maschinen der Computerkarnevalisten.

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2nd Life – Avatare auf Kruecken

Recht hartnaeckig erscheinen die Bestrebungen 2nd Life als mediales Allheilmittel zu vermarkten, doch das ist es noch nicht. Zuletzt war ich so dermassen ueber den vermeintlichen Geniestreich geschockt U2 auf die Buehne von 2nd Life zu zerren, dass Linden beide Welten haetten retten muessen um das wieder auszubuegeln.

Geben wir uns doch damit zufrieden 2nd Life als virtuellen Treffpunkt nutzen zu koennen um beispielsweise Konferenzen abzuhalten. Auch duerften kuenftig reale Werbebudgets ohne 2nd life zu beruecksichtigen seltener auf dem Kostenplan grosser Unternehmen stehen. 2nd life`s Einfluss auf unser Leben in Frage zu stellen waere stuemperhaft und wenig zukunftsweisend.

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Wofuer Loesungsbuecher?

Loesungsbuecher verkaufen sich wie geschnitten Brot. Warum, frage ich euch gebe ich bis zu 50€ aus um einen Spitzenspieletitel zu erwerben, wenn ich nachher sowieso nach einem Loesungsbuch greife um mich vor der zum herausfordernden Spieledramaturgie zu druecken?

Ist eine Anschaffung bei Adventures wenigstens ansatzweise verstaendlich so komme ich bei Spieletiteln wie beispielsweise dem Flugsimulator schon nicht mehr hinterher. Ein Loesungsbuch fuer ein mangelhaft dokumentiertes Spiel ist wohl eher als miserabelst getarnte Zusatzeinkunft fuer Microsoft zu verstehen.

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Werbung in Spielezeitschriften

Ich weiß nicht ob ich der Einzige bin dem das folgende aufgefallen ist, kann es mir ehrlich gesagt aber nicht ganz vorstellen. Um Kasse zu machen werden immer öfter Handyspiel, -film, -bilder und was weiß ich nicht für Anzeigen geschaltet die mich von mal zu mal nachdenklicher werden lassen.

Da sieht man dann eindeutig pornographische Bilder die an den markanten Stellen durch kleine Herzchen oder andere “Vertuscher” verfremdet werden um so der deutschen Rechtssprechung kein gefundenes Fressen zu liefern. Anscheinend ist es kein Problem Sex in jeder Form und überall darzustellen wenn nur die entscheidenden Körperpartien verdeckt sind.

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Krimidinner

Eine eingedeckte Tafel, das adequat arrangierte 4-Gänge-Menü , ein gemütlicher Abend unter Freunden und eine trügerisch beschauliche Atmosphäre, die perfekten Zutaten für ein Krimidinner. Das Besondere, diebische Freude entwickeln alle Beteiligten erst, wenn spätestens zum entrecote ein deftiger Mord serviert wird.

Krimidinner sind mittlerweile zum kulinarischen Fest mit der besonderen Note avanciert. Speisen und Rätseln im schummrigen Kerzenschein und echter Krimiatmosphäre der 60er Jahre. Ausgewählte Lokalitäten runden das Gesamterlebnis Krimidinner ab. Die meisten Anbieter rangieren mit ihrem Leichenschmaus preislich je nach ausgewähltem Ort, Speise und Krimigeschichte zwischen 60 und 100€.

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Nintendogs – Labrador & Friends

von Nintendo ist zwar kein neues Produkt, aber trotzdem eine Kolumne wert. Die Verpackung spricht jeden echten Tierfreund an, gerade Kinderherzen dürften bei dem Anblick des kleinen, süßen Labradorwelpen dahinschmelzen. Man kann sich bildlich vorstellen mit welcher Tolpatschigkeit und Neugierde das tapsige Wollknäul die Welt erkundet.

Mit dieser Verpackung greift Nintendo nicht allzu tief in die Trickkiste des Marketings ich kann mir jedoch trotzdem gut vorstellen zu welchen herzrührenden Szenen es in Computerspielegeschäften kommt, wenn der Platz zuhause nicht ausreicht einen eigenen Hund zu halten, der Willen des Kindes nach dem virtuellen Ersatz zu greifen, jedoch selbst nach zweistündiger Diskussion inklusive Heulattacke der Mutter und des Kindes noch nicht gebrochen ist.

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