Hatred: Wie weit darf ein Spiel gehen?

hatred

Spiele wie Grand Theft Auto oder Call of Duty lösen regelmäßig eine Diskussion aus wenn sie veröffentlicht werden.

Ihnen wird vorgeworfen menschenfeindlich zu sein, Gewalt gegen Frauen zu fördern oder den Krieg zu verherrlichen.

Schaut man genauer hin fällt auf das diese Kritik in der Regel von außen herangetragen wird während Spieler und Spieljournalisten hier vereinigt die Berichterstattung als sensationslüstern abtun.

Bei Spielen wie Manhunt, Postal oder Hatred hingegen entzweit sich diese Gruppe. Während der eine Teil darauf beharrt das alles was gezeigt wird in einer virtuellen Realität stattfindet, gehen diese Spiele dem anderen Teil zu weit.

Man muss sich nur einen der Kommentarstränge zu Hatred [Gamestar, 4Players] durchlesen um zu sehen wie hier zwei Gruppen aufeinanderprallen die auch nach Jahren der Diskussion zu keinem Konsens kommen würden.

Wenn aber schon Spieler damit Probleme haben, wie stellt sich dann erst die Situation für Außenstehende dar?

Generell kann man die Meinung zu Hatred in zwei Gruppen aufteilen

Gruppe Eins führt an das es sich bei Hatred um ein Produkt der Fantasie handelt in dem niemanden Schaden zugefügt wird. Es ist ein Spiel wie jedes andere auch in dem man auf virtuelle Pixel schießt und demnach macht es keinen Unterschied ob man auf ein dargestellte Kinder, Frauen, Männer, andere Lebewesen, Fabelwesen oder Objekte schießt.

Gruppe Zwei findet das Hatred zu weit geht. Manche führen an das man hier auf Zivilisten schießt und nicht auf Soldaten, andere das es bei dem Spiel keine Begründung für die Taten gibt und wieder andere das es Menschen dazu verführen könnte diese Taten nachzuahmen.

Dies führt unweigerlich zu der Frage wie weit Spiele gehen dürfen. Ist es okay wenn

  1. Zivilisten erschossen werden?
  2. Wenn man foltert?
  3. Wenn man vergewaltigt?
  4. Wenn man andere Dinge tut die im Leben nicht erlaubt sind?

Es gibt keine festgelegte Grenze. Natürlich müssen sich Spiele an Gesetze halten was zum Beispiel dazu führt das man in historischen 2. Weltkrieg Spielen in den deutschen Versionen keine Hakenkreuze oder SS Insignien sieht.

Dies trifft aber wiederum nur auf kommerzielle Spiele zu. Ein Spiel wie KZ Manager für den C-64 ist nie in den Handel gekommen und war doch Spielern zugängig.

Wirft man einen Blick auf andere Medien wie Film oder Buch fällt auf das die extremsten Spiele nicht soweit gehen wie die extremsten Filme oder Bücher.

Spiele in denen gefoltert wird kann man zum Beispiel an einer Hand abzählen während es mittlerweile in vielen Serien, Filmen und Büchern gang und gäbe ist.

Wo also ist die Grenze?

Im Grunde ist dies relativ einfach zu beantworten. Es gibt die gesetzliche Grenze und dann eben auch noch die persönliche.

Es steht jedem frei ein Spiel wie Hatred zu kaufen und zu spielen, genauso wie es jedem frei steht jedes andere Spiel zu kaufen oder zu spielen.

Hatred mag moralisch verwerflich sein, aber dies gibt Spielern die dies so sehen noch lange nicht das Recht Forderungen zu stellen das Hatred verboten gehört.

Fängt man erst einmal damit an, öffnet man Pandora’s Büchse der zur Folge hat das Spiele nicht mehr veröffentlicht werden weil ein Teil der Spielerschaft sie als moralisch verwerflich ansieht.

Es würde hierbei sicherlich nicht nur die üblichen Verdächtigen wie Hatred treffen sondern andere Spiele wie eben GTA ebenfalls.

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