
Gestern meine zwei ersten Stunden in Diablo 3 verbracht, und auch wenn das viel zu kurz ist um ein endgültiges Fazit zu ziehen, deutet sich ein Trend ab der mich enttäuscht seufzen lässt. Kennt ihr das Gefühl wenn ihr auf einen neuen Teil hin fiebert nur um dann festzustellen das dieser den Erwartungen nicht gerecht werden kann.
Diablo 2 hat die Messlatte so hoch angesetzt, das es fast unmöglich erschien hier noch eins drauf zu setzen. Kurz zu den Dingen die mich besonders nerven:
- Man kann nur noch zu viert in einer Welt spielen. Dumm wenn man fünf, sechs oder sieben Freunde hat die mit einem spielen wollen. Damals bei Diablo 2 konnte man zu acht spielen.
- Attributspunkte werden automatisch verteilt. Natürlich hat so ein System Vorteile. Blizzard weiß ganz genau das der Barbar auf Stufe 40 genau soundsoviel Lebenspunkte haben wird. Im Internet taucht immer wieder das Argument auf, das jeder in Diablo 2 die gleichen Attribute hochgelevelt hat. Da kann ich nur sagen, stimmt nicht. Klar gab es viele die alles in das Hauptattribut und eben Vitalität gesteckt haben, aber auch hier gab es dann Nuancen. Steck ich die nächsten fünf Punkte in Leben, oder doch lieber in mein Hauptattribut, oder doch eher in Stärke weil ich gerade eine Rüstung gefunden habe die mehr Stärke voraussetzt.
- Skills werden einen nach geschmissen. Auch hier wieder das Argument das eh alle gleich geskillt haben. Stimmt ebenfalls nicht, es sei denn man hat sich Guides durchgelesen. Ich habe damals gerne experimentiert, hat einfach Spaß gemacht auch mal was auszuprobieren was halt nicht der gängigen Skillung entsprach. In Diablo 3 kann man das zwar auch, aber halt auch jeder andere. Paar Klicks, und man ändert halt alles um. Wo bleibt da die Spannung?
- Schwierig? Wir haben gestern bis kurz nach dem Skeleton King gespielt, und bis dahin gab es keine Herausforderung. Langweilig. Niemand in der Gruppe musste auch nur einen Heiltrank nehmen, oder panisch zurück zum Dorf teleportieren weil man sonst drauf gegangen wäre. Sorry aber da hätte meine Katze keine Problem durchzukommen. Anstatt toll auf vier Schwieriegkeitsgrade zu machen, hätten sie es bei drei, oder sogar nur zwei belassen sollen, und dafür aber schon den ersten knackiger ausfallen lassen sollen, vor allem wenn man zu viert spielt. (Sagte ich schon das mir die achter Gruppen schon jetzt fehlen?). Mag ja sein das es nachher schwieriger wird, aber muss ich mich dafür echt durch das Babyland prügeln und zig Stunden dabei vergeuden?
- Grafik ist bunt und weich gezeichnet. Gefällt mir nett (das heißt nicht). All diese super toll aussehenden Skills die den ganzen Bildschirm in Regenbogenfarben hüllen. Sieht toll aus, nervt aber auch. Und wer dem Dämonenjäger diese Minigun/Gatling skills gegeben hat sollte sofort gefeuert werden, passt ja mal gar nicht in das Setting.
- Raus aussem Schlauch, rin innen Schlauch – Die meisten Zeit läuft man in schlauchigen Schlauchmaps rum. Mal woanders hingehen Fehlanzeige. Per Zufall in ein Gebiet laufen mit höheren Monstern? Fehlanzeige. Alles geht seine Bahn, und man wird an die Hand genommen.
- Die Waffe entscheidet – Zauber werden nicht mehr durch irgendwelche Attribute oder durch das Leveln von Skills stärker, sondern durch die getragene Waffe. Hab ich zumindest gelesen, selbst getestet habe ich es noch nicht. Ganz vorstellen kann ichs mir nicht, warum gäbe es dann überhaupt noch Attribute? Naja, auf jeden Fall ist ein Zweihandmagier mit Vollplatte nicht wirklich das was ich mir vorstelle. Passt nicht.
- Onlinezwang – Gefällt mir nicht. Obwohl ich keinen Single Player spiele, finde ich es schade für die Spieler die nicht immer einen Onlineverbindung zur Verfügung haben. Das dabei dann auch der Lanmodus rausgefallen ist finde ich schon schlimmer. Und das Blizzard ganz unerwartet vom Andrang “überrascht” worden ist zum kotzen, da man so das gekaufte Spiel nicht spielen kann wenn man nicht ins Battle.net kommt.
So das wars auch schon. Ich werd das Spiel erst einmal weiterspielen mit der Gruppe und dann mal sehen wie es später wird.
Als ich letzens nach ca. 20 Stunden D3 auf Normal durch hatte dachte ich auch, dass das Spiel viel zu simpel ist. Leider hat sich auch auf der Stufe Albtraum nicht gravierend was an diesem Gefühl geändert. Es ist schwerer geworden. Ja man muss sich seine Skills so zurechtlegen, dass es einem selbst und der Situation passt. Ich passe ständig meine Skills und Runen der Situationan. Mindestens einen Unterschied zwischen Quest-Skillung und (End-)Boss-Skillung. Aber gerade eben Raknoth (oder wie der Typ in Akt IV, erster Zwischen-Boss auch heißt) solo gelegt. Drei Versuche mit verschienenden Skill- und Runenzusammensetzungen und letzendlich mit einer hat es geklappt. Vielleicht bewerte ich das über, weil ich ein Voll-Noob bin, aber diese Spielerei an den Skills und dem Gear macht Spaß. Story kann man ja nach ein mal Durchspielen vergessen, aber der Gameplay hält mich bisher noch fest im Griff.
Vieler deine Kritikpunkte kann ich nachvollziehen, auch wenn ich D2 fast nur solo ich glaube maximal bis Akt 3 gespielt habe. Ich gebe aber zu Bedenken, dass bis auf die Geschichte mit dem Always-On, der Rest sehr subjektiv ist. Es kann trotzdem enormen Spaß machen!
Das mit den Skillbäumen hab ich auch erst kritisiert, aber jetzt bin ich froh, dass Blizzard keine nicht-zurücksetzbaren Skill-Bäume implementiert hat, weil das meiner Experimentierfreude extrem entgegen kommt. Eines was ich bei Spielen hasse und für eine Designsünde halte ist die Möglichkeit sich zu verskillen. Das geht zum Glück bei D3 nicht und man kann seiner Phantasie freiuen Lauf lassen.
Das einzig Wirkliche was ich an D3 kritisiere, aber das war an D2 auch nicht viel anders war, ist, dass es zu einfach ist. Es gibt selten Herausforderungen.
Ich bin mal gespannt ob ich nach Albtraum weiterspielen werden. Ich hatte ja gedacht, dass ich D3 nach dem Durchspielen auf Normal wieder zur Seite lege. Tja so kann man sich irren
Hab mich jetzt bis Inferno Akt 2 durchgequält und muss sagen das Blizzard beim Balancing einfach total daneben gehauen hat. Im Endeffekt kommt es nur noch auf die Waffen DPS an, und genau das stört mich ungemein am dem Spiel. Momentan hab ich in Akt 2 bzw Akt 3 Infero keine Chance mit meiner 700 DPS Waffe. Mache zu wenig Schaden und brauche viel zu lange für die meisten Gegner, ganz zu schweigen von Elitegegnern.
Nen Kumpel von mir hat zwei Legendaries gefunden und die im AH für mehr als 2 Mio verkauft. Danach hat er sich eingedeckt mit Überitems. Der macht jetzt in Akt 2 / 3 dreimal so viel Schaden wie ich.
Da man sehr viel Glück haben muss das auch nur ein Item droppt was man gebrauchen kann, bleibt eigentlich nur das AH oder das stumpfe Grinden des Goblins in Akt 2, oder das Farmen der Akt 1 Bosse. Beides absolut langweilig. Für Blizzard aber sicherlich sehr ertragreich wo jetzt das Auktionshaus in dem man mit Geld bezahlt startet.
Dies führt dazu das weniger Items im Gold-Auktionshaus angeboten werden, sowie zur Preisinflation. Hab gesehen das man in den USA für $2 eine Millionen Gold bekommt, d.h. Leute die Geld ausgeben im AH werden über kurz oder lang die Wirtschaft kaputtmachen im Spiel.
Fazit von mir: Das bisher schlechteste Blizzardspiel. Daher deinstalliert, und vorgenommen beim nächsten Spiel mindestens 6 Monate zu warten bevor ich den Kauf in Erwägung ziehe. Und dann auch nur wenn es so aussieht als ob die Firma zu alten Tugenden zurückgekehrt ist (was ich bezweifle).