Voll. Sehr voll war die Spielemesse in Essen in diesem Jahr – mal wieder. 147.000 Besucher innerhalb von vier Tagen. Der Andrang vor den Messetoren war dieses Jahr am Samstag sogar so groß, dass es um 9.46 (statt offiziell 10.00 Uhr) hieß, Tore auf für den Mob. Kaum standen wir in den heiligen Hallen der Messe Essen trauten wir unseren Augen kaum. Nahezu alle Spieletische in unserer direkten Umgebung waren zu diesem Zeitpunkt bereits besetzt.
RubbeldieKatz – doch noch einen vakanten Tisch erspäht und geschnappt. Wir sitzen. Um uns herum wird es sekündlich voller und immer mehr Spieleinteressierte drängen sich auf gefühlt immer weniger Quadratmetern. Unser erstes Spiel an diesem Tag zocken wir mit drei extra aus Italien angereisten Gesellschaftsspieltouristen. Typ: Vielspieler. Queen Games´ Lancaster. Lancaster spielt zur Zeit Henry V. England liegt im Klinsch mit Frankreich. Wir unterstützen England als Mitglied einer Adelsfamilie im Feldzug gegen die Franzosen.
Lancaster ist in fünf Runden untergliedert. In der ersten Runden platzieren wir unsere Ritter auf dem Spielfeld. Anschließend kommt es zu einer Abstimmung im Parlament. Bestehende Gesetze werden bestätigt oder durch neue ersetzt, die Einfluss auf die nachfolgenden Wertungsrunden haben. Darauf folgen drei Wertungsrunden in denen wir Siegpunkte auf der Punkteleiste verzeichnen.
Lancaster ist ein Strategiespiel, das insgesamt sicherlich die Note “gut” verdient. Allerdings hakt der Spielfluss hier und da. Beispielsweise bei der Abstimmung über neue Gesetze. Den auf den Karten gezeigten Illustrationen fehlt es an Klarheit. Modifikationen sind entweder inhaltlich absurd oder schlichtweg einfach nicht interpretierbar.
Unser Spiel dauerte etwa 1,5 Stunden inkl. der Einführung durch einen sehr freundlichen und kompetenten Queen Games-Mitarbeiter.
Aufbruch. Eigentlich hatten wir uns zu dem Zeitpunkt schon von der Idee verabschiedet ein weiteres Spiel spielen zu können. Gemeinsam klönen wir durch die Hallen. Viele neue Spiele aber leider keine Möglichkeit mal was auszuprobieren. Die Tische sind dicht…bis auf einen.
“Smallworld-Underground” begrüßt uns mit einem knallebunten Spielplan. Arrrgh! So bunt, dass es schon wehtut. Egal. Es gilt, das Spielbrett möglichst effizient mit der eigenen Rasse zu bevölkern. Jede Rasse wird mit einer Spezialfähigkeit ausgestattet. Erobert wird mit der Plan mit Rasseplättchen. Je mehr Felder ich am Ende eines Zuges besetze, desto mehr Siegmünzen erhalte ich.
Auch hier, ein moderat gutes Spiel, aber kein Hit! Der gute Eindruck des Spiels wird durch diesen freakig-bunten Illustil getrübt. Das nervt. Wichtige Informationen fallen diesem üppigen Einsatz von Farben zum Opfer.
Nach zwei Stunden haben wir Smallworld durchgespielt. Eeeeendlich. Das Spielprinzip von Smallworld ist ansprechend, die Gestaltung, wie schon gesagt, zu extravagant.
Auch wenn wir nicht mehr Spiele an diesem Tag spielen konnten, so hat sich die “Spiel” mal wieder gelohnt.
Martin’s Take
Ich war an allen vier Tagen da und muss sagen das es an allen Tagen unangenehm voll war. In den ersten beiden Tagen konnte ich ein paar Schnäppchen mit nach Hause nehmen, ein paar Verlage und Händler haben Brettspiele zu einem echt guten Preis verkauft. Schade war das man recht viele Spiele vorbestellen musste um sie kaufen zu können. Geschehen unter anderem mit Urban Sprawl und Panic Station. Bei anderen Spielen bekam man Bonus-, Sonderkarten oder andere Goodies wenn man das Spiel auf der Messe gekauft hat.
Zu den beiden Spielen die wir gespielt haben. Lancaster ist definitiv ein gutes Spiel welches ein wenig unter der Illustration leidet. Es ist eben nicht sofort ersichtlich was welches Gesetz macht. Zudem sind meiner Meinung nach die Abstimmungen zu leicht zu durchschauen. So sieht man genau wenn ein Spieler Wertungsklötze aufnimmt um sein eigenes Votum stärker zu machen.
Was gut gefallen hat waren die vielfältigen Möglichkeiten Siegpunkte zu erlangen. Dies sollte man auch ausnutzen um so nicht ins Hintertreffen zu geraten. Bis auf die Problematik in der Darstellung, für die man sicherlich ein paar Spielrunden braucht um einigermaßen hinterzusteigen, ist das Spiel empfehlenswert. Spielzeit dürfte eher bei einer guten Stunde liegen sobald man die Regeln einmal drinne hat.
Small World stand auf meiner Liste, Small World Underworld ist es geworden. Vom Spielprinzip tun sich die beiden Spiele sicherlich nicht allzu viel. Das Spiel fällt vor allem dadurch auf das es sehr, sehr bunt ist. Wie auch bei Lancaster sieht man hier nicht alles was man wissen sollte auf den ersten Blick. Das ewige Nachgucken was den jetzt die Rasse x, die Fertigkeit y oder der Ort z noch mal für Boni geben stört doch schon ziemlich.
Spaß gemacht hat das Spiel trotzdem auch wenn man hier wie bei Lancaster durchaus ein paar Partien spielen muss um das Spiel fließend spielen zu können.
Demnächst werde ich hier Spiele vorstellen die ich auf der Messe gekauft habe. Dazu gehören unter anderem Eaten by Zombies, 51 State oder Dungeon Fighters.
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Oktober 24th, 2011
Niko
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