
Ich erspare mir das übliche Gelaber über Story und Verspätung und komme gleich zum Kern des Ganzen. Solltet ihr vornehmlich auf Spiele wie Call of Duty oder Battlefield stehen braucht ihr nun nicht weiterzulesen, Duke Nukem Forever ist fast sicher kein Spiel für euch. Für die zwei Leser die jetzt noch dabei sind (Hallo Mama!) gibts eine schnelle Bewertung eines Spieles, das in meinen Augen von vielen Fachzeitschriften und Internetseiten zu schlecht bewertet worden ist.
Grafisch stellt der Duke keine neuen Rekorde auf, aber so schlecht wie von manchen gemacht ist die Grafik nicht, außerdem gilt immer noch Gameplay > Grafik. Was bekommt man also geboten? Eine sehr abwechslungsreiche Einzelspielerkampagne die man in drei Schwierigkeitsgraden spielen kann, sowie vier Multiplayer-Spielmodi.
Kommen wir kurz zur Einzelspielerkampagne. Sind die Levels schlauchig? Ja sind sie. Kann man nur zwei Waffen mitführen plus Extras? Ja kann man. Verhalten sich die Gegner intelligent? Nope, nicht wirklich. Wird das PC Spiel dadurch weniger spielbar. Hell No. Was Duke Nukem Forever in der Kampagne ausmacht ist zum Einen das abwechslungsreiche Leveldesign, und damit mein ich jetzt nicht die Umgebung sondern die Art wie man spielt um weiter zu kommen. Von Hüpfeinlagen über das Benutzen einer Abrißbirne zu ferngesteuerten Autos und Endbossen. Oft muss man auch mal den Kopf einschalten um weiterzukommen, zum Beispiel indem man eine Statue drehen muss um sie als Steg zu benutzen. Das macht Spaß und ist erfrischend anders als alle Shooter der letzten fünf Jahre zusammengenommen.
Singleplayer ist aber nie mehr als Aufwärmen für Multiplayer, zumindest bei mir. Größtes Problem beim Multiplayer ist das Fehlen von dedizierten Servern. Es wird immer auf dem Rechner von einem Mitspieler gezockt. Die Auswahl an Servern ist ok, und nach mehreren Stunden spielen kann man sagen das es gut funktioniert. Es gibt insgesamt vier Spielmodi (Deathmatch, Team Deathmatch, King of the Hill und Capture the Flag). Eine weitere Restriktion ist, das es maximal vier gegen vier gespielt werden kann. Das mag etwas ungewohnt sein, ist aber leider nicht zu ändern. Es fällt allerdings nicht sonderlich auf, da die Maps alle relativ klein gehalten sind.
Das Waffenhandling bedarf Optimierung, da es Waffen gibt die sehr viel stärker sind als andere. Battlefield bzw. Call of Duty Spieler dürften ob der Geschwindigkeit des Spiels und des Ablebens am Anfang überfordert sein. In Duke Nukem Forever geht es schnell zur Sache. Vom Speed her kommt das Spiel an Klassiker wie UT99 oder Quake heran, auch wenn das Gebotene hinter den Vorbildern zurückbleibt. Zudem sind einige Gadgets und Dinge einfach witzig, der Schrumpfstrahl oder die Antibiotika zum Beispiel.
Fazit: Duke Nukem Forever für den PC ist ein Oldschool Shooter, der seinen eigenen Charme hat. Wer gerne mal wieder ein Spiel wie xyz spielen würde welches er das letzte Mal vor zehn Jahren gespielt hat, der wird hier fündig. Wer damit nichts anfangen kann hat hoffentlich schon beim zweiten Satz aufgehört zu lesen. Bei Amazon gibt es das Spiel gerade für 39 Euro, viel billiger kommt man momentan nicht heran. Wer es direkt über Steam kauft ist selber schuld, da ist es um 10 Euro teurer.