Puerto Rico

puerto rico

Nachdem ich in den letzten Tagen viel über Browserspiele geschrieben habe gibt es heute mal deftige Brettspielkost. Puerto Rico ist auf Platz 2 der Spielebestenliste bei Boardgamegeek. Wie, Boardgamegeek kennt ihr nicht? Ist die (Englische) Seite für Brettspiele aller Art.

In Puerto Rico sind die Spieler Kolonisten die einen Teil der Stadt und der Insel besiedeln möchten. Dazu bekommt jeder seinen eigenen Auschnitt mit Stadt- und Plantagenfeldern. Ziel des Spiels ist es am Ende die meisten Siegpunkte zu haben. Was das Spiel interessant macht, ist die Spielmechanik.

Pro Spielrunde wählt jeder Spiele eine Rolle aus die dann von ihm, und danach von allen anderen Spielen ausgeführt wird. Dabei hat der wählende Spieler immer einen gewissen Vorteil, was die Sache interessant macht. Strategisch wird es weil jede Rolle pro Runde nur einmal gewählt werden kann, und man beachten muss das auch die anderen von der Rolle eventuell profitieren können.

Puerto Rico Rollen

Siedler – Jeder Spieler kann sich ein aufgedecktes Plantagenfeld nehmen und auf seine Karte legen. Der Startspieler kann sich zudem für einen Steinbruch statt einer Plantage entscheiden. Der Steinbruch zieht 1 Gold vom Gebäudekauf auf.

Bürgermeister – Stadt- und Plantagenfelder müssen bearbeitet werden bevor man mit ihnen produzieren, verarbeiten oder positive Effekte erfahren kann. Mit dem Bürgermeister werden neue Kolonisten verteilt. Der Startspieler bekommt mindestens Einen mehr. Alle Spieler können die Kolonisten beliebig umsetzen.

Aufseher – Mit dem Aufseher wird produziert und verarbeitet. Dies hängt start von den besetzten Gebäuden zusammen. Es gibt fünf Rohstoffe im Spiel: Mais, Indigio, Tabak, Zucker und Kaffee. Mais kann man als Einziges ohne Produktionsgebäude produzieren, die anderen vier Rohstoffe brauchen entsprechende Gebäude bevor man sich die Rohstoffe einheimsen kann. Der Startspieler kann sich einen beliebigen zusätzlichen Rohstoff von seinen produzierten Waren aussuchen.

Händler – Beim Händler kann man Waren verkaufen, allerdings nur genau einmal. Zudem hat der Händler nur Platz für vier Waren, und zahlt pro Ware zwischen 0 (Mais) und 4 (Kaffee) Gold. Der Startspieler bekommt ein Gold mehr beim Verkauf. Sobald alle vier Felder besetzt sind oder niemand mehr handeln kann endet die Runde. Erst danach werden (bei 4) die Rohstoffe vom Händlerfeld genommen.

Bauherr – Hiermit kann man Stadtgebäude bauen. Diese unterteilen sich in kleine und große Produktionsgebäude die man braucht um die anderen Rohstoffe zu verarbeiten, Gebäude die Vorteile geben und vier große Siegpunktgebäude.

Die Vorteilsgebäude sind sehr wichtig und reichen von Lagerhäusern um die Waren zu lagern zu einer eigenen Werft oder einem Marktplatz mit dem man zusätzlich Gold bekommt wenn man beim Händler verkauft.

Die Gebäude an sich geben am Ende des Spiels Siegpunkte (steht auf den Gebäuden drauf). Die vier großen Gebäude geben darüberhinaus extra Siegpunkte, z.B. für alle Produktionsgebäude oder die Anzahl der eigenen Siedler. Der Vorteil des Startspielers ist, das er ein Gold vom Kaufpreis abziehen kann.

Kapitän – Mit dem Kapitän verschifft man. Verschiffen bringt kein Geld aber Siegpunkte. Es gibt im Spiel drei Schiffe mit unterschiedlicher Kapazität die jeweils eine Warensorte verschiffen können. Die Warensorte wird durch die erste Ware bestimmt die ein Spieler auf das Schiff legt. Spieler müssen verschiffen, und zwar soviel wie sie können.

Hier würde auch die eigene Werf zum einsatz kommen, da man mit ihr sein eigenes Privatschiff bekommt mit dem man eine Warensorte zusätzlich verschiffen kann. Der Startspieler bekommt beim Verschiffen einen Siegpunkt mehr.

Goldsucher (2) – Diese kommen nur manchmal zu Einsatz. Vom Goldsucher hat nur der Spieler etwas der ihn aufnimmt. Es gibt ein Gold.

Alle nicht ausgewählten Rollen bekommen am Ende der Runde eine Golddublone als Bonus, was diese in der nächsten Runde attraktiver macht.

Puerto Rico Spielende, Taktik

Puerto Rico ist zu Ende wenn eines der folgenden Ereignisse eintritt:

  • Es gibt nicht mehr genügend Kolonisten
  • Es gibt nicht mehr genügend Siegpunkte
  • Ein Spieler hat alle seiner Stadtfelder mit Gebäuden belegt.

Puerto Rico ist ein sehr strategisches Spiel, in dem man nicht nur seinen Vorteil und Zug planen muss, sondern auch sehen muss was die anderen Spieler machen.

Generell kann man sagen das es im 1. Drittel des Spiels darum geht möglichst schnell Geld zu verdienen. In der Mitte ändert sich dieses langsam hin zu Siegpunkten um dann am Ende des Spiels komplett auf Siegpunkte umzuschwenken.

Zu Beginn sollte jeder Spieler versuchen seine Warenproduktion in Gang zu setzen. Sinnvoll ist es mindestens auf zwei verschiedene Waren zu setzen, da ein Monopol so gut wie ausgeschlossen ist und man mit nur einer Ware sehr oft Probleme beim Verschiffen und Verkaufen haben wird. Bewährt haben sich Kombinationen aus billigen, z.B. Mais, und teuren Waren, z.b. Tabak oder Kaffee. So kann man z.B. den Mais verschiffen und zumindest eine teurere Ware verkaufen um Gold zu verdienen.

Im Spiel muss man immer vorausschauend agieren. Ein Beispiel. Ihr habt einen Kaffee im Lager, der Spieler nach euch auch. Der Händler wurde noch nicht gewählt und das Lager des Händlers ist leer. Wenn ihr den Händler wählt könnt ihr Kaffee verkaufen für fünf Gold (vier für Kaffee plus einen weil ihr die Rolle gewählt habt). Der Spieler nach euch kann den Kaffee nicht mehr verkaufen, da ja schon euer Kaffee beim Händler liegt. Wenn der nun keine anderen Waren hat kann er diese Runde den Händler nicht nutzen. Solltet ihr auf den Händler verzichten kann es sein das der andere Spieler den Händler wählt und ihr am Ende nichts verkaufen könnt.

Es gibt Gebäudekarten die einige Dinge abmildern. So kann man mit einer Karte zum Beispiel mehrere Waren der gleichen Art beim Händler verkaufen (aber nur eine Pro Runde). Es gibt grob drei strategische Ausrichtungen im Spiel: Verschiffen, Bauen oder einen Mix der Varianten. Verschiffen bedeutet das man versucht so oft und so viel wie möglich zu verschiffen. Das klappt natürlich hervorragend mit Mais da man diesen nicht erst verarbeiten muss. Allerdings ist man auf die Hilfe der anderen Spieler angewiesen, da man fürs Verschiffen zumindest auch noch Produzieren muss.

In der Bauenvariante geht es darum möglichst schnell alle Gebäude der Stadt voll zu besetzen da hier dann das Spiel endet. Gebäude bringen Vorteile, unter anderem bei den verschiedenen Rollen aber auch Siegpunkte auf die es am Ende des Spiels ankommt. Die meisten Spieler werden einen Mix bevorzugen und sowohl Bauen als auch Verschiffen vorantreiben.

Puerto Rico ist ein Spiel ab 12 Jahre für drei bis fünf Spieler welches im Schnitt zwischen 60 und 120 Minuten dauert. Prädikat: Spielenswert! Sollte in keiner Spielesammlung fehlen.

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